Dyskalkulie verstehen: der AFS Ansatz
"Ein legasthener Mensch nimmt seine Umwelt bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz differenziert anders wahr. Seine Aufmerksamkeit lässt nach, sobald er auf Symbole wie Buchstaben trifft. Dies liegt an einer genetisch bedingten, differenzierten Informationsverarbeitung im Gehirn."
— In Anlehnung an Dr. Astrid Kopp-Duller
1. Was ist Legasthenie eigentlich?
Legasthenie ist weder eine Krankheit noch eine Behinderung. Es handelt sich um eine genetische Veranlagung, bei der das Gehirn Informationen im Zusammenhang mit Buchstaben und Lauten anders verarbeitet. Betroffene Kinder sind oft sehr kreativ, denken in Bildern und verfügen über eine normale bis überdurchschnittliche Intelligenz. Die Schwierigkeiten entstehen gezielt beim Erlernen des Lesens und Schreibens, da ihre Wahrnehmung die Symbole anders filtert.
2. Typische Anzeichen im Alltag
Häufig zeigen sich beim Lesen und Schreiben spezifische Merkmale, die auf eine Legasthenie hindeuten können:
- Zeitweise Unaufmerksamkeit: Das Kind wirkt beim Lesen oder Schreiben schnell erschöpft oder abgelenkt,
obwohl es in anderen Bereichen (z. B. mündlich) sehr aufgeweckt ist.
- Wahrnehmungsfehler: Buchstaben werden verwechselt, die sich optisch ähnlich sehen (z.B. b/d, p/q) oder
ähnlich klingen (z. B. d/ t, g/ k).
- Stockendes Lesen: Das Zusammenziehen von Lauten zu Wörtern fällt schwer. Gelesene Wörter werden oft
"erraten" statt sauber entziffert.
- Hohe Fehler-Varianz: Das gleiche Wort wird im selben Text auf verschiedene Arten falsch geschrieben.
